Machtwechsel beim World Economic Forum (WEF): Nestlés Wasserpapst folgt auf Schwab
Der heutige Tod des Papstes berührt weltweit Millionen. Unabhängig von Herkunft oder Weltanschauung war Papst Franziskus für unzählige Menschen ein geistlicher Anker in einer zunehmend orientierungslosen Zeit. Diesen Menschen gilt unser aufrichtiges Mitgefühl und Respekt.
Während sein Tod weltweit die Schlagzeilen beherrscht, geschieht fast unbemerkt ein ebenso symbolträchtiger Machtwechsel in Davos: Peter Brabeck, Ex-Nestlé-Chef, wird am Osterwochenende interimistischer Vorsitzender des Weltwirtschaftsforums (WEF).
Brabeck hat seit Jahren die Wasserkrise als kommende globale Katastrophe aufgebaut; er hält diese Krise sogar für bedeutender als die Klima-, die CO2- oder Ölkrise.
Nun steht er - zumindest temporär - an der Spitze jener Organisation, die genau dafür globale „Lösungen“ anbietet.
Er ist einer der einflussreichsten Stimmen, wenn es darum geht, Wasser nicht als Menschenrecht, sondern als ökonomisch zu steuernde Ware zu behandeln.
Er sagte: „98,5 % des Wassers, das wir nutzen, ist kein Menschenrecht – und sollte einen Preis haben.“
– Peter Brabeck, öffentliches Interview 2013
(Original-Interview folgt demnächst hier im Kanal)
🔎 In der Vergangenheit hatten wir bereits mehrfach ein Schlaglicht auf sein Wirken sowohl bei Nestlé als auch als Vize des WEF geworfen, hier eine verlinkte Auswahl der Themen:
📌 Nestlé und das trockene Sterben
Wie Nestlé in Pakistan, Äthiopien und anderen Regionen Grundwasser privatisiert – für zahlungskräftige Kunden als „Lifestyleprodukt“, während Einheimische ohne Wasser dastehen.
🎥 Siehe auch: Dokumentarfilm „Bottled Life“
📌 WEF und das Wasser-Narrativ
Wie das WEF selbst die Warnung vor der Knappheit verbreitet – und dann als „Rettungsanker“ auftritt. Ein Lehrbuchbeispiel für Problem → Reaktion → Lösung... aus einer Hand.
📌 Wasser = Ware – das Dogma Brabecks
Die Idee: Wasser gehört nicht allen. Nur Trink- und Waschwasser sei ein Recht – der Rest soll bepreist und durch Marktmechanismen reguliert werden. (Quelle: Interview in Kürze auf diesem Kanal)
Doch was heißt das in der Praxis?
📌 Weltbank/IWF-Kredite gegen Privatisierung
Viele Länder im globalen Süden müssen als Gegenleistung für Kredite ihr Wassersystem in private Hand geben. Die Folge: versiegende Brunnen, sinkende Grundwasserspiegel, verschuldete Kleinbauern – und Gewinne für multinationale Konzerne.
📌 Nestlé-Wasser: Fäkalien trotz „Reinheit“?
Neue Skandale: Nestlé Waters (Vittel, Hépar, Perrier) mit Fäkalien-Befund, trotz fragwürdiger Desinfektion. Das Label „reines Wasser“ wird zur Farce.
📌 Stimmen des Widerspruchs – auch aus Deutschland
Dr. Imme Scholz (Heinrich-Böll-Stiftung): „Wasser gehört in öffentliche Hand – als öffentliches Gut, nicht als Ware.“
In Zeiten, in denen Menschen weltweit durch künstliche Krisen, Angst und Unsicherheit gesteuert werden, ist es entscheidend, wer die Narrative setzt – und wer daran verdient. Wenn jetzt also der Wasserpapst das WEF übernommen hat, braucht niemand mehr über die Inszenierung einer Wasserkrise überrascht oder gar besorgt sein. Es braucht wache Sinne, denn Wasser ist Leben – und Leben darf von niemandem zur Ware gemacht werden.