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In Europa führten die veränderten Ess- und Bewegungs-Gewohnheiten der Menschen der letzten Jahrzehnte für viele zu einer körperlichen Übersäuerung, womit die Grundlage für sämtliche Zivilisationskrankheiten gelegt wurde. Für sämtliche? In der Tat! - Es ist keine Krankheit bekannt, die in einem alkalischen Milieu fortdauern kann. Verkäufer elektrischer Geräte zur künstlichen Herstellung von basischem Wasser, sahen sich mit dem Säure/Basenproblem somit einem der brillanteste Verkaufsargumente der Welt ausgestattet. Sie behaupteten einfach, der regelmäßige Verzehr von basischem Wasser sei DIE Antwort auf die wachsende Übersäuerung.
Ein Blick in die Natur lässt erhebliche Zweifel an dieser Theorie aufkommen. – Nicht Wasser, sondern die Atmung steuert den pH-Wert des Körpers und das sogar zu etwa 65%.
Nicht „falsches Wasser“ sondern zu viel Zucker, Weißmehl, Schweinefleisch, zu wenig Sport und Bewegung sind bekanntlich die Hauptursache für eine Übersäuerung. Und außerdem: Warum sollte uns die sonst so perfekte Natur seit Millionen von Jahren mit Regenwasser mit einem „fehlerhaften“ pH-Wert von 5,6 versorgen, den der Mensch erst durch einen unnatürlichen Prozess wie der Elektrolyse auf einen Wert von 9 oder 9,5 „aufbessern“ sollte? Unser Körper ist ein komplexer Organismus, Auswirkungen durch dauerhaften Genuss von Wasser, das die Natur nicht für uns vorgesehen hat, sind nicht bekannt. Selbst einer der bekanntesten Hersteller von basischem Wasser macht in seiner Gebrauchsanleitung unter der Überschrift „Vorsicht“, darauf aufmerksam, dass die tägliche Menge seines Wassers nur 500 bis 1000ml sein soll. Bekannt ist, dass ein Basenübergewicht zu ernsthaften Gesundheitsproblemen führen und die Produktion von Pepsin hemmen kann, wodurch die Fähigkeit des Magens, Nahrung und Proteine abzubauen, beeinträchtigt werden kann.
Mit einer Auflistung von Behauptungen über gesundheitliche Vorteile durch basisches Wasser, von Gewichtsverlust bis hin zu erhöhter Widerstandsfähigkeit vor Krebs, zogen Verkäufer von basischem Wasser Jahre lang in Europa ins Feld. – Vergeblich suchten wir nach Studien, die eine allgemeingültige Aussage bzgl. des Nutzens von basischem Wasser auf die Gesundheit stützen würden. Es gibt basische Wässer, die als „Heilwässer“ bezeichnet werden, die unter medizinischer Aufsicht zu Behandlungszwecke getrunken werden und tatsächlich die Genesung von Krankheiten fördern. Sollte man basisches Wasser deshalb dauerhaft trinken? Die Wirkung von Antibiotika ist ebenfalls unbestritten, doch würde deshalb niemand auf die Idee kommen, regelmäßig Antibiotika einzunehmen.
Lese hier: Unterschiedliche Organe - unterschiedliche pH-Werte aus der Serie:
Geschäftsidee basisches Wasser➡️