Den Beitrag gibt's in dera Sproch no ned.
Haben die Mineralwasser Hersteller vor lauter PET Flaschen den Respekt vor ihrem dünnen Glashaus verloren?
Dem Verband Deutscher Mineralbrunnen (VDM) war es in den ersten zwei „Coronajahren“ gelungen, die Trinkwasserversorger mit zwei Urteilen bundesweit aus dem Rampenlicht der Werbebühne für Getränke zu drängen.
U.a. schafften es „die Anwälte der Mineralwasserflaschen“ den Wasserversorgern einige bedeutende Aussagen über Deutschlands Trinkwasser zu verbieten, da sie „die trügerische Sicherheit auf Seiten des Abnehmers suggerierten, er könne sich bedingungslos auf die Qualität des Leitungswassers verlassen“. Seitdem ist es Wasserwerken untersagt, ihr Trinkwasser weiterhin als „gesund“ oder als „bestkontrolliertes Lebensmittel“ zu bezeichnen.
Fliegende Steine im Glashaus
Im Sommer 2019 stellte sich der VDM der Kritik von Stiftung Warentest, nachdem die Tester zu viele Keime und andere Schadstoffe in Flaschenwässer gefunden hatten. Kurios: bei ihrer „Korrektur“ der Vorwürfe berufen sich die Mineralwasser-Abfüller auf ihr „Recht auf Keime“: „Mineralwasser sei ein Naturprodukt und dürfe, wie andere Lebensmittel des allgemeinen Verzehrs, auch Keime enthalten“, heißt es in einer Presseverlautbarung des VDM. – Ob diese Erklärung Mütter bei der Zubereitung von Babynahrung mit Mineralwasser zufrieden stellt, bleibt fraglich. Was oft nicht bekannt ist: Die gesetzlichen Standards für die Reinheit von bundesdeutschem Trinkwasser sind tatsächlich höher als die Bestimmungen für Mineralwasser.
Die nächste Breitseite kommt von der Zeitschrift ÖKO-TEST in ihrem Jahrbuch 2021. Ausgerechnet zwei der bekanntesten Wassermarken werden regelrecht zurück ins Grundwasser versenkt. 98 Wässer aus ganz Deutschland wurden von ÖKO-Test geprüft. 62 Wässer waren zu empfehlen, doch einige enthalten bedenkliche Inhaltsstoffe, darunter auch stille Wässer, die für Säuglingsnahrung ausgelobt sind.
Die bedenklichen Inhaltsstoffe, die nachgewiesen wurden, sind: Abbauprodukte von Pestiziden, Süßstoffe, Nitrat, Vanadium, Uran und Bor. Insgesamt 32 Wässer schneiden mittelmäßig ab.
Die größte Überraschung der Testreihe: „Evian“ und „Volvic“ fielen mit Note 6 („ungenügend“), durch. Das international bekannte stille Wasser "Evian" von Danone Waters überschritt den Grenzwert für Uran. Das chemische Element kann Nieren und Lungen schädigen und sich im menschlichen Körper anreichern.
Auch "Volvic", ebenfalls ein Produkt von Danone Waters, fiel durch den Test, weil es mit Vanadium belastet ist. Vanadium, ein Element, das in Vulkanstein vorkommt, steht im Verdacht, krebserregend und schädigend für Keimzellen zu sein. Trotzdem gibt es dafür keinen Grenzwert in Mineralwasser. "Öko-Test" rät deshalb vorsorglich davon ab, das Wasser zu trinken. Neben der Belastung mit Vanadium enthält "Volvic" außerdem viel Nitrat. Bei beiden Wässern kritisierten die Tester zudem die weiten Transportwege.
ÖKO-TEST ruft seine Leser dazu auf, Wasser bei einer Mineralquelle aus der Nähe zu kaufen und durch den kurzen Transportweg etwas für die Umwelt zu tun.
Wir raten zur Anschaffung eines professionellen Filtersystems um für sich, die Familie und die Umwelt noch weit besseres zu tun.
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