Etwa 90 Prozent der Wassernutzer in der Welt erhalten Wasser über öffentliche Versorgungssysteme. Die Übergabe dieser Systeme an private Unternehmen würde zu Gebührenerhöhungen, Kürzungen und erheblichen Entlassungen von Mitarbeitern im Wassersektor führen.
Wie wirkt sich die Privatisierung von Wasserquellen auf die Wasserqualität aus?
Dr. Klaus Lanz, Gründer und Leiter des unabhängigen Instituts "International Water Affairs“ mit Sitz in der Schweiz sagt in „Die Volkswirtschaft“ (22. Mai 2019): „Die Privatisierung der Wasserversorgung hat sich nicht bewährt. Das weltweit radikalste Privatisierungsvorhaben wurde 1989 von der britischen Premierministerin Margaret Thatcher verordnet. Anders als im sonst üblichen Modell befristeter Konzessionen ließ sie sämtliche wasserwirtschaftlichen Anlagen in England und Wales an eigens gegründete Aktiengesellschaften übertragen – schuldenfrei und kostenlos. 30 Jahre später ist die Wasserversorgung in England hauptsächlich in den Händen von ausländischen Investmentgesellschaften, die über kein eigenes Branchen-Know-how verfügen.
Durch einen jahrzehntelangen Mangel an Erhaltungsinvestitionen gehören die Wasserverluste aus den vernachlässigten Rohrnetzen zu den höchsten in ganz Europa. Beim Londoner Versorger Thames Water etwa versickern rund 40 Prozent des eingespeisten Wassers: Pro Haushalt sind das 183 Liter pro Tag. Zum Vergleich: In der Schweiz beträgt der Wasserverlust 13 Prozent. Gleichzeitig ziehen die Eigentümer in England jährlich rund 2 Milliarden britische Pfund an Dividenden aus dem System. Dies schlägt sich mit 83 Pfund pro Haushalt nieder und macht mehr als 20 Prozent des Wasserpreises aus. Die Labour Party hat angekündigt, die Wasserversorgung wieder in öffentliche Verantwortung zurückholen zu wollen.“
Die Schweizer Organisationen Mulitwatch wie auch die internationale Menschenrechtsorganisation Corporate Accountability International setzten sich für die Sicherung des Menschenrechts auf Wasser ein sowie für den freien Zugang der Menschen zu Wasser, für den Erhalt von Wasserressourcen zum Wohle der Allgemeinheit und gegen die Kontrolle von Wasser durch Unternehmen.
Mangelndes Know-how im Bereich Trinkwasser wirkt sich nicht zuletzt auch auf die Qualität des Wassers aus. Sauberes, giftstofffreies Wasser sichert die Verwendung eines professionellen Umkehrosmosefiltersystems.
Die Volkswirtschaft | Die Privatisierung der Wasserversorgung hat sich nicht bewährtDie Industriestaaten wenden rund 2 Prozent ihres Bruttoinlandproduktes für den Wassersektor auf: Allein ...