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Dr. Martin Wagner: „Mineralwasser massiv mit östrogene kontaminiert - hormonell …

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Dr. Martin Wagner: „Mineralwasser massiv mit östrogene kontaminiert - hormonell betrachtet wie Kläranlagenwasser“

Chemische Produkte, die in die Umwelt gelangen, werden immer auch von dort lebenden Organismen aufgenommen. Die Untersuchung der Folgen für Gewässer-Ökosysteme steht durch diese Beeinträchtigung ganz besonders im Fokus. Der Fachbereich in der Wissenschaft, der sich mit diesem Thema befasst nennt sich: „Aquatische Ökotoxikoligie“. (Aqua = Wasser; Oikos = Haus, Haushalt, Toxikum = Gift; logos = die Lehre von)
Prof. Dr. Oehlmann ist seit 2001 Professor an der Goethe-Universität Frankfurt und Experte in diesem Bereich. Er und sein Team wiesen hormonähnliche Aktivitäten in Mineralwasser aus Kunststoffflaschen nach. Prof. Oehlmann entdeckte, dass Umwelthormone ähnlich wie die Hormone des weiblichen Sexualhormons Östrogen aufgebaut sind und die Wirkung natürlicher Hormone im Menschen beeinflussen. Sein Kollege, Dr. Martin Wagner, aquatischer Ökotoxikologie aus dem selben Institut, schlug nach einer höchst beunruhigenden Entdeckung über die Wirkung der Inhaltsstoffe von Mineralwasser in PET Flaschen Alarm.

Dr. Wagner hatte unter anderem Schnecken, die sehr empfindlich auf östrogenartige Substanzen reagieren, in wassergefüllte PET-Flaschen und Glasflaschen gesetzt. In Plastikflaschen vermehrten sich die Schnecken etwa doppelt so schnell wie in Glasflaschen.

Doch die Meldung an die zuständige Behörde blieb fruchtlos. Das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) nahm wie folgt Stellung zu den Erkenntnissen der Wissenschaftler: „Die in der Publikation angegebenen Daten belegen nicht die von den Autoren diskutierte Hypothese, die östrogenartige Aktivität stamme aus PET-Flaschen. Auch die Versuche mit einem Schneckenmodell sind nicht geeignet, diese Befunde zu erhärten.“ Auch Stiftung Warentest schickte in einem Beitrag über PET Flaschen, mit Dr. Frank Welle, vom Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik, einen weiteren Kritiker dieser These der Frankfurter Uni ins Feld. Ob Interessenskonflikte im Spiel sind oder nicht, ist nicht bekannt.

Dr. Wagner ließ sich nicht beirren und blieb bei der Auswertung seine Beobachtungen. Wenn sich die Reproduktion von Schnecken allein dadurch verdoppelt, dass sie in PET-Flaschen gehalten werden, sei das ein starker Hinweis darauf, das Umwelthormone aus dem Kunststoff abgegeben werden. Zudem ist bekannt, dass PET Flaschen durchaus nicht vollkommen dicht sind. Kohlensäure kann durch die Kunststoffwand entweichen, dabei können unerwünschte Substanzen gelöst werden und ins Getränk übergehen.

Auswirkungen von Umwelthormone auf den menschlichen Körper und Schutzmöglichkeiten vor einer solchen Kontamination findest Du hier.➡️

Studien:
🎓„Umwelthormone“ in Mineralwasser in Flaschen: Östrogene Gesamtbelastung und Migration aus Plastikflaschen
🎓Hormonaktive Stoffe in abgefülltem Mineralwasser: Östrogene Aktivität im E-Screen

PET-FlascheArt von Flasche
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